Kinder-Karnevalskomitee der Stadt Ratingen  RaKiKa
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Kindergeschichten


Der Piratenfreund

Finn war fünf Jahre alt und ging in den Kindergarten. Er hatte liebe Eltern und er hatte ein schönes zu Hause. Aber eines hatte er nicht: einen besten Freund.
Er wünschte sich so sehr einen besten Freund, am liebsten einen Piraten, denn dann könnten sie gemeinsam mit ihrem Piratenschiff zur See fahren und einen verborgenen Schatz suchen.

Finn suchte überall nach seinem Piratenfreund, aber nirgendwo traf er ihn. Finn gab jedoch nicht auf und eines Tages hatte er eine Idee, wie er seinen Freund finden konnte. Er hatte beim Kindergartenfest einen großen, blauen Luftballon geschenkt bekommen, so einen, der hoch in die Luft flog, wenn man ihn los ließ. An diesen Luftballon würde Finn einen Zettel hängen, auf den er seinen Wunsch schrieb, und dann würde er ihn in den Himmel schicken!
Da Finn noch nicht wirklich schreiben konnte, malte er ein Bild von sich neben einem Piraten. Er gab sich große Mühe dabei. Unter das Bild schrieb er seinen Namen, damit der Pirat auch wusste, zu wem er kommen musste, wenn er den Luftballon mit Finns Nachricht fand.
Dann lief Finn mit dem Luftballon in der Hand in den Garten und ließ ihn los. Er sah ihm noch lange nach, bis er so weit oben war, dass er ihn nicht mehr erkennen konnte.
In den nächsten Tagen wartete Finn auf seinen Piratenfreund. Er saß den ganzen Tag am Fenster und sah hinaus, um ihn nicht zu verpassen.
Seine Mutter sah sich das kopfschüttelnd an. Dann sagte sie: „Finn, das hat doch keinen Zweck. Warum gehst du nicht raus und spielst mit den anderen Kindern?“
Aber Finn wollte nicht mit den anderen Kindern spielen. Er wartete auf seinen Piratenfreund und er war sich ganz sicher, dass er kommen würde.

Doch er kam nicht und Finn wurde sehr traurig. Er saß nicht mehr am Fenster und wartete. Er wollte auch nicht mit den anderen Kindern spielen. Anfangs hatten diese ihn noch gefragt, ob er mit ihnen auf den Spielplatz gehen würde, aber nachdem er ein paar Mal Nein gesagt hatte, kamen die Kinder nicht mehr zu ihm.
Nach einiger Zeit fühlte Finn sich sehr alleine. Er sah die anderen Kinder draußen spielen und auf einmal wäre er doch gerne dabei gewesen. Aber er traute sich nicht, einfach zu ihnen zu gehen.

Irgendwann klopfte es an seiner Tür. Es war Jasper, der Nachbarsjunge. Er fragte Finn, ob er mit ihm spielen wollte. Finn überlegte kurz, das war doch nicht sein Piratenfreund, dachte er. Aber dann erinnerte er sich daran, wie alleine er sich gefühlt hatte, und nickte.
Finn und Jasper spielten den ganzen Tag. Und wisst ihr, was sie spielten? Sie spielten Pirat. Jasper hatte ein Baumhaus und das war ihr Piratenschiff und sie stellten sich vor, dass der Garten das Meer war und das Haus eine einsame Insel.

Als Finn an diesem Abend nach Hause kam, war er sehr glücklich. Morgen würden er und Jasper wieder zusammen auf ihrem Piratenschiff spielen.
Und so war Finns sehnlichster Wunsch tatsächlich in Erfüllung gegangen. Doch während er so lange auf seinen Freund gewartet hatte, hatte er gar nicht bemerkt, dass dieser schon längst ganz in der Nähe war. Denn Jasper war der beste Piratenfreund, den man sich wünschen konnte. Und irgendwie war es doch ganz schön, nach einem Piratenabenteuer nach Hause kommen zu können und nicht ganz allein weit draußen auf dem Meer zu sein!

Sternschnuppen!

Der Weihnachtsmann, der mit seinen Rentieren und Knecht Ruprecht hinter dem Himmelstor, gleich links in einem großen Wolkenschloss wohnte, saß traurig in seinem Schaukelstuhl vor dem Kamin und kraulte sich den langen, weißen Bart. Er dachte an früher, als die Kinder noch Wünsche hatten und er das ganze Jahr über viel zu tun hatte. Doch jetzt, wo Kinder nur noch vor dem Computer saßen und zufrieden waren, wenn sie ab und zu ein Neues Spiel bekamen, hatte der Weihnachtsmann wenig zu tun. Jetzt konnte er den Sommer in seiner Hütte verbringen und warten, dass es endlich Winter wurde. Doch der Winter würde ihm auch nicht viel mehr Arbeit bringen. Irgendwie musste er das ändern. Aber wie?

Der Weihnachtsmann seufzte, trank einen tiefen Schluck Tee aus seiner Tasse und machte sich auf, seine Tochter Vibella zu besuchen, die gerade die Engelkinder beaufsichtigte.
Während der Schlittenfahrt dachte er an die schönen Zeiten, wo er nicht wusste wohin mit seiner ganzen Arbeit, wo Wichtel und sogar die Engelchen ihm das ganze Jahr über geholfen hatten. Und jetzt fingen sie erst wenige Tage vor Heilig Abend an. Es waren Wunschzettel zu lesen und Geschenke zu packen, doch das würde auch bald enden und er wäre dann nichts anderes, als ein alter Mann.

Vibella schwebte von Wolke zu Wolke und begutachtete die Fortschritte der Engelchen beim einpacken der Geschenke für die Menschenkinder. Alle Engelchen hatten ihren Spaß daran dem Weihnachtsmann zu helfen und durften sogar, ganz vorsichtig, die Spielsachen ausprobieren.
Doch ein Engel saß verkniffen zwischen den Papierschleifen und Geschenkpapieren. Das Engelchen hieß Brian und hatte seit einer Weile keine Lust mehr, Spielsachen einzupacken. Er langweilte sich entsetzlich und er richtete seine Aufmerksamkeit auf seinen Bogen, den er auf dem Rücken trug. Jeder Engel trug einen Bogen und hatte einen ganzen Köcher Pfeile dabei. Die erwachsenen Engel, die in die Fußstapfen von Amor getreten waren, durften die Liebespfeile in die Herzen der Menschen schießen. Doch die Anfänger durften sie zwar tragen, aber nicht benutzen.
Brian spielte an der Sehne seines Bogens herum und legte einen Pfeil auf. Er spannte den Bogen, zog die Sehne nach hinten und hielt den Pfeil fest, damit er nicht davonflog. Das ging ein paar mal gut, doch als Brian die Sehne wieder spannte und ein Ruf hinter ihm ertönte, erschrak er, ließ den Pfeil und die Sehne los und der Pfeil schoss davon.
Erstarrt blickte Brian hinter dem Pfeil her und beobachtete seine Flugbahn.
Das Geschoß sirrte durch den Himmel, erwischte eine Regenwolke, die einigen Engeln auf Wolke drei eine unfreiwillige Dusche bescherte, machte einen Bogen und flog zum Sternenhimmel hinauf.

Schnell schaute Brian sich um, ob irgendwer etwas von seinem unfreiwilligen Abschuss mitbekommen hatte, doch die anderen Engelchen waren zu beschäftigt, als das sie auf ihn geachtet hätten. Mit einem Seufzer wandte sich Brian dem Pfeil zu, der die Sterne fast erreicht hatte. Er war ziemlich schnell und schon bald traf er einen Stern, der sich prompt vom Himmel löste und zur Erde fiel. Der Stern versuchte seinen Fall zu bremsen und Funken stoben hinter ihm auf. Doch es nützte nichts. Der Stern fiel und fiel und es löschte sein Licht und war nicht mehr gesehen.
Brian war erschreckt aber auch erstaunt, wie schön der Stern ausgesehen hatte und er legte noch einen Pfeil auf die Sehne. Diesmal schoss er gezielt auf einen großen Stern gleich über ihm und als er den Pfeil auf den Weg schickte, konnte er einen Begeisterungsschrei nicht unterdrücken.

Der Schrei durchdrang die Stille und alle Engel hoben die Köpfe. Mit "Ohs" und "Ahs" wurde der verglühende Stern beobachtet, und manche Engel hatten ihre Bogen schon gezückt um noch mehr Sterne fallen zu sehen.
Brian war einen Moment lang stolz, etwas so Schönes geschaffen zu haben, doch als er die Hand an seinem Ohr spürte, die schmerzhaft zudrückte, war der Augenblick dahin.
"Was soll denn das, Brian. Du weißt doch, dass du den Bogen nicht benutzen darfst!"
Stille trat ein und die Engel beobachteten was nun kam.
Mit einem schuldbewussten Augenaufschlag versuchte Brian seine Kindergärtnerin milde zu stimmen. Als sie gerade mit ihrer Gardinenpredigt fortfahren wollte, wurde ihr Einhalt geboten.
"Nicht aufregen meine Liebe! Die Kleinen haben nun mal Unsinn im Kopf, obwohl das schon schlimm war, was Du getan hast, Brian", brummte der Weihnachtsmann und tätschelte Brian den Kopf. Mit Tränen in den Augen wandte der Kleine sich dem alten Mann zu und sagte: "Ich wollte dir ja helfen, aber ich hatte keine Lust mehr und da habe ich mit meinem Bogen gespielt... es tut mir leid", schluchzte er.
"Na, na", schmunzelte der Weihnachtsmann, " Du hast den Bogen ein wenig überspannt, aber tröste Dich, Du bekommst keine Strafe",
"Nicht?", fragten Brian und seine Lehrerin gleichzeitig.
"Diesmal hat Brian mit seinem Unfug Gutes getan. Bitte schieß noch einmal einen Stern hinunter und ihr alle lauscht und beobachtet die Menschen", bat der Weihnachtsmann mit einer ausladenden Geste.
Mit zitternden Händen zog Brian einen Pfeil aus dem Köcher und spannte nochmals seinen Bogen. Er zielte auf einen Hellerleuchteten Stern, der getroffen, mit einem Schweif aus goldenen Funken zur Erde herabschoss.

Gebannt schauten die Engel auf die Erde und warteten, was nun kommen würde.
Als der Stern über den Himmel flitzte und bald nicht mehr gesehen war, hörten die Engel die Menschen rufen "Oh schaut, eine Sternschnuppe, Du kannst Dir was wünschen!" Und ein glückliches Lachen war zu hören als die Menschen ihre Lieben umarmten.
"Seht ihr?", meinte der Weihnachtsmann zu den Engeln "Das bedeutet dass zwei unserer Pflichten sich auf einmal erfüllen. Die Menschen freuen sich, und sie wünschen sich was.
Wir werden also niemals vergessen sein. Wir müssen eine Sternenflotte aufstellen, die regelmäßig Sterne für die Menschen vom Himmel holt. Und ich brauche noch mehr Helfershelfer für meine Pakete!", lachte er dröhnend, ließ sich in seinen wartenden Schlitten plumpsen, schnalzte mit der Zunge und seine treuen Rentiere zogen ihn im Galopp über die Wolken nach Hause.

"Etwas Seltsames geschieht"

Es ist Sommer in Fannstadt. Ein wunderschöner, sonniger Sonntagnachmittag läßt alle Bewohner der kleinen Stadt in Ruhe ihr Wochenende genießen.
Auch Walter Wunderbar und sein Hund Filu machen es sich in ihrem Garten so richtig gemütlich. Walter liest ein Sonderexemplar der Ausgabe "Schnecken heute" in der Hängematte, die er zwischen zwei Bäume gespannt hat. Ja, Walter liebt seine Schnecken. Es mag ja Leute geben, die verzweifelt versuchen, sie aus ihrem Garten zu vertreiben. Nicht so unser lieber Walter. Er kennt sie sogar alle beim Namen, jawohl. Da ist zum Beispiel Gerda die Große, und Rudi der Raser, nicht zu vergessen natürlich Karl Klein, den er allerdings nicht oft zu Gesicht bekommt, da er so klein ist, daß Walter vermutlich den ganzen Nachmittag suchen müßte, bis er ihn gefunden hat.
Filu liegt vor seiner Hütte und kaut genüßlich auf seinem Knochen der Lieblingsmarke "Kau und fit". Ja, so ein Sonntagnachmittag ist schon etwas Feines, und vermutlich hätte er sich auch nicht sonderlich von den anderen Sonntagen unterschieden, wenn da nicht heute etwas sehr Sonderbares passiert wäre.

Filu hat gerade die Hälfte seines Knochens verputzt, als er ein komisches Geräusch wahrnimmt. Ein Geräusch, welches er vorher noch nie gehört hat. Es hört sich an wie ein Rauschen, zusammen mit einem Piepen. Filu spitzt die Ohren. Er schaut zu Walter, doch der scheint nichts zu hören. Filu denkt zuerst es wäre Rudi Raser, Walters Lieblingsschnecke, der mal wieder seine Runden dreht und versucht einen neuen Rekord aufzustellen. Aber nein, das ist es nicht. Es ist ein sonderbares, geheimnisvolles Rauschen, wie ein Kratzen mit den Pfoten. Es bleibt ihm nichts anderes übrig, er muß nachsehen, wo dieses komische Geräusch herkommt. Es scheint gar nicht weit weg zu sein, ganz in der Nähe. Seltsam, was ist das? Das kann doch nicht wahr sein, es kommt direkt aus seiner Bude, seiner Hütte. Am liebsten würde er auf der Stelle wieder umkehren, denn das kommt ihm schon alles sehr unheimlich vor. Aber dieses Geräusch scheint ihn regelrecht anzuziehen, und er kann garnicht anders, er muß in seine Hütte hinein und nachsehen.

Einen Pfotenschritt hinein und das Geräusch ist nun so laut, daß er sich am liebsten die Pfoten über seine Ohren gelegt hätte. Was um Himmels willen ist das? Ein rotes Licht leuchtet an der linken Wand seiner Hütte. Seine Pfote wird wie magisch angezogen von diesem Licht. Er hat keine andere Wahl, er muß auf diesen Knopf drücken.

Plötzlich ist ihm, als würde sich alles um ihn herum drehen, er weiß nicht mehr wo oben und unten ist. Ihm scheint, als würde er irgendwo hineingezogen werden, er hat keine Kontrolle mehr, kann sich nicht bewegen, nicht einmal um Hilfe bellen.
Nach einer Minute ist alles vorbei. Filu liegt auf dem Boden seiner Hütte und ist noch ganz benommen, als er plötzlich spürt, daß etwas um ihn gewickelt ist. Er schaut sich an, und entdeckt, daß er einen roten Umhang trägt. Er will gerade um Hilfe bellen, doch was ist das? Kein Beller kommt aus seinem Mund, nein anstelle dessen sagt er:" Hilfe, Walter komm schnell her!"
Was war das? Hatte er das gerade gesagt? Das kann doch gar nicht sein!

Kinder und ihre Wünsche


Kinder haben viele Wünsche, die sie auch aus Kindergeschichten erfahren haben. Manches können sie sich nicht erklären, aber der Wunsch, das Gleiche wie andere Kinder zu haben, wird umso größer, je weiter der Wunsch in die Ferne rückt.

Ein kleiner Junge hörte von seinem Vater beim Zubettgehen, immer eine Kindergeschichte, wo es um einen kleinen Jungen geht, der mit seinem Boot auf einer einsamen Insel strandete. Er malte sich in seinen Phantasien oft aus, dieser Junge zu sein und unglaubliche Abenteuer zu erleben. Manchmal träumte er auch davon und sprach im Schlaf über diesen, seinen Wunsch.

Der Vater hörte es und überlegte, wie er seinem Sohn helfen könnte.

Eines Tages hatte er die Idee, ihn mit zum Meer zu nehmen und dann zum Angeln in einem kleinen Boot zu führen. Vielleicht erfüllte er so seinem Sohn seinen Wunsch. Er traf die ersten Vorbereitungen.

Eine Woche später fuhren sie mit dem Auto zu einer Bootsvermietung, mit der er schon gesprochen hatte. Der Bootsvermieter lächelte, als er die Beiden kommen sah. Er führte sie nach einer kurzen Begrüßung zu den Anlegestellen und zeigte auf einen schon sehr komisch aussehenden Kahn. Da sie nur angeln wollten, setzten sie sich aber dennoch rein und ruderten auf das wasser, was sich in einem Bodden vom Meer erstreckte.

Wie zufällig hantierte der Vater an der Bordwand und bemerkte dann, dass sich das Boot mit Wasser fühlte. Scheinbar panisch vor Entsetzen schimpfte er wütend vor sich hin und tat so, als würden sie mit dem Boot kentern.

Der kleine Junge bekam sehr große Angst und seine Gedanken kreisten um die Abenteuer des kleinen Jungen in der abendlichen Kindergeschichte. Als sich das Boot immer mehr mit Wasser fühlte, ruderte der Vater wie aufgeregt, dass Gesicht verbissen, um nicht lachen zu müssen, auf den Anlegesteg zu. Etwa hundert Meter davor war das Boot nicht mehr zu retten und sie fielen beide ins Wasser, mussten so den restlichen Weg schwimmen.

Als sie endlich an Land waren, bekam der kleine Junge noch einmal große Augen und konnte nicht glauben, was er eben erlebt hatte.



Seine Mitschüler würden vor Neid erblassen, wenn er ihnen von seinem großen Abendteuer erzählte.

Patchara Petch-a-boon lief neben Henley. Sie war in Gedanken versunken, dachte scharf über etwas nach.
Sie fragte: „Weißt du schon was du nimmst?“
Just in diesem Moment zitterten Ihre Comms. „Ha“ sagte Henley „was für ein Zufall. Das müssen die Stundenpläne sein.“ Sie kramten Ihre Handys raus.
Ohne diese kleinen Computer ist ein Leben kaum mehr vorstellbar, jeder Schüler besitzt einen Kommunikationsapparat. Die Vorderseite besteht in Ihrer Gänze aus einer Screen, die Rückseite ist aus Solarzellen gefertigt, in der Mitte ist der Energiespeicher bzw. Energietransmitter verbaut.
Zum Aufladen legt man Sie kurz mit der Stirnseite nach unten. An Ladegeräte kann sich keiner mehr erinnern. Die Effizienz des Panels ist so hoch, dass man den Telco sogar in der Indi-Nacht laden kann. Das ist die Bezeichnung für die Art Nacht wenn der Raah untergegangen ist, aber der 0.92 Lichtjahre entfernte Indi scheint.
Der nahe Stern ist das zweithellste Objekt am Himmel. Heller selbst als der grüne Trymoo. Es gibt also insgesamt sechs Stufen Nacht auf dem Trivy inklusive den Mondstadien. Am Tage fallen all diese Effekte natürlich kaum ins Gewicht.
Zurück zu den Comms: Die nur wenige Millimeter starken Geräte sind wahre Alleskönner und robuste Begleiter. Ihre Gel-Versiegelung und die stoßfeste, abfedernde Bauweise machen Sie geradezu unkaputtbar. Aufgrund des geringen Gewichtes überleben Sie Stürze aus beliebigen Höhen.
Je nach Gusto kann man sie bedienen: Bildschirm-Tastatureingabe, Wutscheln und Wedeln, Spracheingabe und Blicksteuerung sind möglich. Die meisten verwenden letzteres, wobei ein Blinzeln einem Mausklick entspricht.
„Kuck mal Patchara, `Interregionskommunikation – Speziesübergreifende Lernerfahrungen, Kulturen und Exkursionen` das hört sich doch toll an“. „Au ja, das nehmen wir!“ sagte Sie, genauso begeistert wie er.
„Militärgeschichte – die glorreiche Vergangenheit, Chance für zukünftige Generationen, ich glaub das muss ich nehmen…“ Henley zog eine Miene. Dann sagte er: „Naja, ist ja nur eine Stunde.“
„Hast du auch schon was Schönes gefunden, Patchara?“ Sie war in Ihren Comm versunken, verglich alle Daten.
Nach einer kurzen Weile sagte Sie: „Ich nehm Solares Management, Informatik und Sozialdesign.“
Henley lachte: „OK, die ersten beiden sind auch für mich, das zwischenmenschliche Bla bla bla überlasse ich Dir.“
„Dann fehlt ja nur noch ein Fach“ murmelte Patchara, wild blinzelnd, mit flackernden Augen steuerte Sie Ihren Comm, dann mit Erleichterung: „Hier Henley, sieh mal: Medizinische Evolution oder Robo-Technik. Was sagst du?“
„Also ich find die Blecheimer zwar lustig, aber ich glaube ein Bisschen über unsere Biologie zu erfahren ist spannender.“ Patchara nickte.
Somit hatten Sie bereits Ihre neun Fächer zusammen, als Sie im Speisesaal ankamen. „Bis nächsten Freitag haben wir nun Zeit die Daten zu übermitteln“ sagte Henley. „Jetzt schaun wir aber erst mal was Sie hier zum spachteln haben!“
Naja, ein Speisesaal, was soll man groß darüber berichten? Henley sah sich um. Herolds Traube ist schon wieder angewachsen. Außerdem sah man zum ersten Mal ältere Schüler. Die kamen und gingen anscheinend wie sie lustig waren. Locker war die Stimmung, dennoch ging’s diszipliniert zu. Die Freiheit die man den Schülern gewährte trug anscheinend Früchte.
Sie setzten sich an einen freien Platz und aßen. „Was steht als nächstes auf dem Programm, Frau Sekretärin?“ Fragte Henley. Wieder steuerte Sie Ihren Comm mit den Augen und murmelte dabei „mal schauen…“
„Oho, sieh hier: Interregionskommunikation wie schön, was für ein Zufall.“ Sie holte mehr Details ein: „Zimmer E12, das ist hier im Erdgeschoß. In einer Stunde. Da bin ich ja gespannt.“
So standen Sie um die sechzig Minuten später vor E12 mit etwa zwanzig gleichgesinnten. Etwa die Hälfte bestand aus Ruba und Eemits. Wie zu erwarten fehlte Herold.
Ein besonders gemächlicher Eemit näherte sich. Es war der Pädagoge im Fache Interregionskommunikation mit Namen Heexio Palk. Er hielt seinen Comm vor die Tür, diese öffnete sich.
Die Kinder strömten rein, Henley und Patchara unter Ihnen, Sie fanden Platz nebeneinander in der zweiten Reihe, fast ganz außen.
Heexio ging ganz gemächlich auf seinen Lehrerstuhl zu, Packte seine sieben Sachen aus und drehte sich dann langsam um zur Tafel.
Blink! Zwei große aufgeregte Augen in der Tür. Henley bemerkte es sofort, er stupste Patchara.
Auf Zehenspitzen schlich der neue Mitschüler herein, wobei er sich fleißig nach einem Platz umsah. Dann explodierte er! Er spurtete los, wutschte um die Ecken in die zweite Reihe und landete direkt auf dem freien Platz auf der Bank ganz außen direkt neben Patchara Petch-a-boon.
Einige der Schüler kicherten, so auch Henley und Patchara. Der junge Ruba hechelte heftig, war aber zufrieden. Er lächelte.
Heexio Palk war erst jetzt an der Tafel fertig. Nur seinen Namen hat er während der ganzen Zeit hingeschrieben. Das ein Schüler zu spät kam blieb Ihm verschlossen. Auch jetzt widmete er sich lieber seinem Skript, er kramte behäbig darin herum.
Die zwei großen Augen sahen Patchara neugierig an. „Guten Hallo, bin ich Svinenysh!“ Dann fragte er Sie „Du bist wer?“
„Ich bin Patchara“ sagte Sie und streckte Ihre Hand aus. „Und ich bin Henley“ – er reichte Ihm ebenfalls seine Hand.
Svinenysh der Ruba blinzelte, er dachte nach was er nun tun sollte. Dann nahm er einfach beide Hände und schüttelte sie gleichzeitig in Maschinengewehr-Geschwindigkeit. „Patchara, Henley, Svinenysh: Guten Hallo!“ sagte er freudig und etwas zu laut. Deshalb ließ er los und hielt sich gleich die Hand vor den Mund. Er machte sich ganz klein.
„Wo warst du die ganze Zeit?“ Fragte Patchara. Svinenysh flüsterte: „Ich verlaufen und ich großen Hunger…“ Dabei zog er eine traurige Elendsmiene.
Patchara war betroffen: „Dann gehen wir gleich nach der Stunde in die Kantine!“ sagte Sie.
Da saßen Sie also nun nebeneinander aufgereiht, die drei von der Interregionskommunikation. Dem Unterricht folgten Sie von nun an nur noch halbherzig. Es war ja auch zum Einschlafen obwohl sich Heexio Palk wirklich Mühe gab. Aber ein hundertfünfzigjähriger Eemit und zwölfjährige Schüler haben halt unterschiedliche Tempi.
Patchara und Henley freuten sich darauf Ihren neuen Mitstreiter genauer kennenzulernen. Svinenysh selbst schaute ständig auf die Uhr die in seinem Ruba-Comm integriert war. Er hatte scheint’s großen Kohldampf.
Oftmals hielt er sich seinen Bauch. Dann wiederum tat er so als befände er sich im Tiefschlaf, um kurz darauf mit den Fingern Luftgymnastik zu üben oder mit dem Kopf eine Fliege zu verfolgen die vor Ihm durch das Klassenzimmer E12 schwirrte.



Henley,12 Jahre Autor/in

Geschichte des Monats

Eine Suche im Mondschein.


Meine Eltern wollten am Samstagabend ins Theater fahren. Damit ich nicht so alleine war, übernachtete meine Cousine Nadja bei mir. Nadja war gerade gekommen, da fragte Mama: „Kommt ihr wirklich alleine klar?“ „Na klar, Tantchen wir schaffen das schon!“, beschwichtigte Nadja. Papa meinte: „Das freut mich, aber vergesst nicht Minka herein zu holen.“ Minka war unsere grau getigerte Katze, die Papa vor drei Wochen im Tierheim abgeholt hatte. Sie durfte jeden Tag heraus, um sich zu bewegen und so weiter. „Geht klar, Papa, und jetzt viel Spaß im Theater!“, mit diesen Worten schob ich meine Eltern aus der Haustür. Kaum waren sie weg, fragte Nadja: „Was machen wir jetzt?“. „Ganz einfach“, antwortete ich, „Glotze an!“. Nadja lachte und wir pflanzten uns auf das Sofa. Bis zehn Uhr schauten wir fern. Nadja gähnte ausgiebig und meinte: „Der Film war gut und schön, aber irgendwie bin ich jetzt ganz schön müde. Lass uns ins Bett gehen.“ „Alles klar. Geh du schon mal ins Bad Zähne putzen, ich hole inzwischen Minka hinein.“ Nadja verschwand im Bad und ich öffnete die Gartentür und rief in die Nacht: „Miiinkaaa!!! Komm her!“. Nichts geschah. Noch nicht einmal ein Geräusch war zu hören. „Na gut, dann lass ich die Türe auf und gehe ins Bad “, dachte ich. Also putzten wir uns die Zähne und machten uns für das Bett fertig. Dann schaute ich, ob Minka endlich im Hause war. Zu meinem Entsetzen nicht. „NADJA!“, brüllte ich. „Was ist?“, rief diese zurück. „Minka ist nicht da. Bestimmt liegt sie irgendwo verletzt im Wald “, erklärte ich schluchzend. Nadja kam herbeigestürzt: „Beruhige dich. Minka hat sich sicherlich nur verspätet.“ „Nein, sonst ist sie immer schon da, wenn ich rufe.“, klagte ich. „Gut wie du meinst. Dann gehen wir sie jetzt suchen.“, meinte meine Cousine entschlossen. Schnell zogen wir uns Jacken über die Schlafanzüge und schlüpften in unsere Winterstiefel. Dann machten wir uns auf den Weg. Im Wald wurde es unheimlich, zwar schien der Mond hell und leuchtete uns den Weg, doch alle Geräusche vermischten sich miteinander und ergaben ein beunruhigendes Knistern und Knacken. „Nadja, war die Idee wirklich so gut, in den Wald zugehen “, flüsterte ich mit zitternder Stimme. Meine Cousine antwortete nicht, sondern rückte näher heran. Ich schaltete die Taschenlampe an. Der Schein glitt über Bäume und Büsche. Plötzlich schauten uns zwei grüne Augen direkt ins Gesicht. „Hilfe!“, schrie Nadja. Mir stockte der Atem. Da! Ein Stille zerreißendes Miauen. Ich packte allen Mut zusammen und ging ins das Gebüsch aus dem die Augen uns entgegen blitzten. Ich griff ins Unterholz und spürte etwas Weiches, Felliges. Ich ging noch einen weiteren Schritt darauf zu und entdeckte Minka im Gras sitzend. Sie hatte sich mit ihrem Halsband im Geäst verhakt. „Minka“, rief ich erfreut. Nadja seufzte erleichtert und gemeinsam befreiten wir die Katze aus ihrer Falle. Minka miaute zufrieden und ich trug sie nach Hause.
Zu Hause zogen wir nur schnell in die Stiefel aus und legten uns mit den Mänteln ins Bett,
so müde waren wir. Kurz darauf schlief Nadja schon. Ich lag wach und dachte: „Das war eine Suche im Mondschein.“
Da spürte ich wie Minka auf Bett sprang und sich am Fußende zusammenrollte. Dann schlief ich ein, mit Nadja zur Rechten und Minka am Fußende.
Die beiden waren froh, dass sich alles noch zum Besseren gewendet
hatte und dass die Zukunft noch etwas Gutes für sie bereithielt.

------------E N D E-------

Autorin: Charlotte,11 Jahre